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27/2017 - Gier, mörderisch alltäglich (Martin Tauss)
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Ungelesen 05.07.2017, 07:44
Gier, mörderisch alltäglich

Gier gilt als Kavaliersdelikt. Doch wie die Gewalt ist sie eine inakzeptable Verhaltensform mit potenziell fatalen Konsequenzen. Bringen wir sie endlich auf die Agenda.

| Von Martin Tauss


Drei bemerkenswerte Episoden aus dem Frühsommer: Kürzlich ist bekannt geworden, dass der Fußballstar Cristiano Ronaldo in Spanien 14,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben soll. Laut Forbes-Report hat er in den letzten zwölf Monaten circa 83 Millionen Euro eingenommen. Sein ständiger Mitbewerber um den Titel „bester Fußballer der Welt“, Lionel Messi (Jahreseinkommen geschätzt 70 Millionen Euro), ist bereits im Mai wegen Steuerbetrugs in der Höhe von 4,1 Millionen Euro in letzter Instanz verurteilt worden. Die zwei Besten im Spitzenfußball sind hier keine Einzeltäter, vielleicht nur die Spitze des Eisbergs.
In Großbritannien sind nach dem verheerenden Brand des Grenfell Towers, bei dem laut heutigem Stand 80 Menschen ums Leben gekommen sind, bereits 160 Hochhäuser mit gefährlichen Fassadenverkleidungen entdeckt worden. Kommentatoren haben zuletzt darauf hingewiesen, dass das tragische Ereignis einem System geschuldet ist, bei dem Deregulierung und fahrlässige Kostenersparnis zu mangelndem Brandschutz geführt haben.
Und in Ungarn stehen derzeit jene Schlepper vor Gericht, in deren Lkw im August 2015 alle 71 transportierten Flüchtlinge erstickt sind. Bei den Einvernahmen hat ein Angeklagter das Flüchtlingsdrama folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Wir sitzen alle hier, weil er (Anm.: der Bandenboss) gierig geworden ist.“

Menschliches, allzu Menschliches

Drei Episoden, die so gut wie nichts miteinander verbindet. Nichts, außer eine be