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Die Wölfe von Currumpaw - 44/2017

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Erzählkraft in Erdtönen

| Von Juliane Zach

Der Wolf wurde bereits ab dem 15. Jahrhundert als Bedrohung gesehen und systematisch verfolgt, im 19. Jahrhundert waren Wölfe in nahezu allen Regionen ihres Verbreitungsgebietes stark dezimiert, in manchen vollständig ausgerottet. Heute sind die Langzeitschäden des massenhaften Artensterbens für unser Ökosys-tem zwar bekannt, das Bewusstsein dafür fehlt aber größtenteils nach wie vor.
Von der rücksichtslosen Ausrottung der Wölfe durch die europäischen Siedler in Nordamerika in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mexiko erzählt William Grill in „Die Wölfe von Currumpaw“. Nach seinem erfolgreichen Debüt über den Polarforscher Ernest Henry Shackleton stehen in seinem zweiten Buch der Illustrator, Naturforscher und Mitbegründer der nord-amerikanischen Pfadfinderbewegung Ernest Thompson Seton und der Wolf Lobo und sein Rudel im Mittelpunkt.

Die Weite begreifbar machen

Für seine Recherche zu diesem Buch hat William Grill im Norden New-Mexikos gezeltet, Wölfe im geschützten Raum beobachtet und gezeichnet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nicht nur die Ausstattung des fadengehefteten Buches mit Halbleineneinband und den erhabenen Bildelementen auf dem Cover ist großzügig, sondern auch die Panoramaseiten, die die Weite der unberührten Landschaft aus wechselnden Perspektiven begreifbar machen.
In den Text-Bild-Kompositionen reicht die Bandbreite von doppelseitigen Illustrationen bis zu kleinteiligen Panels und freigestellten Bildelementen, die eng aneinandergereiht auch kurze Erzählpassagen übernehmen. Dabei ist die Erzählkraft der in Erdtönen gehaltenen Buntstiftzeichnungen, die an Felsmalereien nordamerikanischer Indianer erinnern, enorm und übertrifft darin den Text.
So etwa ist die Abbildung der zahlreichen Wolfsfallen auf einer Doppelseite viel anschaulicher als die reine Aufzählung der unterschiedlichen Methoden. Am Ende steht der Tod des legendären Wolfes, zur Strecke gebracht hat ihn Ernest Thompson Seton – das aber ist zugleich der Beginn einer weiteren Geschichte, die auf den letzten drei Doppelseiten vor dem Glossar kurz angerissen wird: Setons Verwandlung nämlich vom Saulus zum Paulus, vom leidenschaftlichen Jäger zum engagierten Naturschützer und Naturpädagogen. Die Beziehung zwischen Natur und Zivilisation, die Ausrottung des Wilden, das dann einen geschützten Charakter erhält. Hie und da aber blitzt die ursprüngliche Wildheit auf, wenn etwa Schafe gerissen werden.


Die Wölfe von Currumpaw
Von William Grill
Übers. von Harald Stadler
NordSüd 2017
88 S., geb. € 20,60
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