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Tiere und andere Menschen - 41/2017

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Verantwortung für ein Geschöpf

Dokumentarfilm

| Von Thomas Taborsky

„Frauli is' mörderisch haaß auf di.“ Eine Dame liefert ihr Haustier im Wiener Tierschutzhaus ab, sie hat genug davon. Den Stift, den man ihr zum Ausfüllen der Einlieferungspapiere gegeben hat, den würde sie aber nur zu gern mitnehmen. „Tiere und andere Menschen“ beobachtet Flavio Marchetti in seinem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm – und nebenbei die eigentlichen Bewohner der Einrichtung im Süden der Hauptstadt.
Sein Ansatz ist dabei ein gewissermaßen anthropo-zoologischer: anwesend sein, zuschauen, keine direkte Einflussnahme, keine Interviews. Verwoben in Episoden und kleinen Geschichten, die sich ergeben, schreitet er das Aufgabenprofil des Tierschutzhauses ab: Abgaben müssen angenommen, Akutfälle versorgt, Daten über die Schützlinge gesammelt werden, um vielleicht doch einen neuen Halter zu finden. Schulklassen werden durchgeschleust, man will sie aufklären. „Alle Tiere, die hier sitzen, haben verantwortungslose Besitzer gehabt“, versucht eine Mitarbeiterin zu den Kindern durchzudringen. Anderswo walten die Tierärztinnen ihrer Verantwortung, schläfern einen Biber ein, der nicht mehr zu retten ist; die Stimmung ist zerknirscht.

Im Hintergrund verschmitzte Machart

Es sind die menschlichen Bindungen, die es Marchetti wunderbar einzufangen gelingt, besonders wenn er öfters an Plätze zurückkehren kann; wenn er verfolgt, wie für die Affendame, die hier seit Jahrzehnten untergebracht ist, der Kollege aus dem Zoo Schönbrunn geholt wird, um zu diagnostizieren, was ihr fehlt. Oder eine Pflegerin Zwiesprache mit „ihrem“ Papagei hält, um ihm später sogar ein Kinderbuch vorzulesen. Auch dafür, wie sich menschliches (Un-) 
Gefühl in kleinen Verrichtungen, in Handgriffen zeigt, hat der Film ein gutes Auge.
Für die Klinger-Entenfellner-Fraktion ist diese unaufdringliche, nur im Hintergrund verschmitzte Art, die nicht ans Sentimentale appelliert, zu ruhig. „Tiere und andere Menschen“ zielt aber auch in die Gegenrichtung. Für diese erweist er sich als klug durchdachter, geschickt montierter Weggefährte.


Tiere und andere Menschen
A 2017. Regie: Flavio Marchetti.
Polyfilm. 88 Min.
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