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Blade Runner 2049 - 40/2017

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Im Dschungel der Virtualitäten

„Blade Runner 2049“: Denis Villeneuve wagt sich an die Fortsetzung von Ridley Scotts Prototyp von Dystopie aus 1982. Er überzeugt auf praktisch allen Linien.

| Von Otto Friedrich

Angekündigte Sequels finden selten statt. Oder sind allzuoft ein Abklatsch des Originals. Von daher schien es mehr als mutig, sich 35 Jahre nach Ridley Scotts „Blade Runner“ an eine Fortsetzung zu wagen. Die Dystopie aus 1982 war für das SciFi-Genre stilbildend: die Bildsprache, die Spezialeffekte, die Filmmusik und nicht zuletzt die philosophischen, ja auch theologischen Bezüge, die sich anhand des Films ent- und verschlüsseln ließen, schien bis dato unerreicht. Und auch andere Giganten des Genres, etwa „Matrix“, der Großtat der Wachowski-Geschwister aus 1999, fußten auf vielem, was in „Blade Runner“ filmisch erstmals vorgezeigt und vorgedacht worden war.

Man vergisst böse Vorahnungen

Doch man vergisst bei „Blade Runner 2049“, der nun 30 Jahre nach „Blade Runner“ spielt, im Nu alle bösen Vorahnungen: Denn Dennis Villeneuve, der diesen Film als Regisseur verantwortet, ist ein eigenständiges Kunstwerk gelungen, das natürlich nicht so zum Kult taugt wie das Original. Aber auf der Folie des Vorbilds ließ sich eine Fortschreibung entwickeln, die in ihrer mythischen Wucht und Bildgewalt – die überdies in der Musik von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch eine kongeniale Entsprechung findet – ein Aufweis der State of the Art dystopischen Filmschaffens darstellt.
30 Jahre nach Rick Deckard muss der neue Blade Runner LAPD-Officer K eine dunkles Geheimnis entdecken, das der noch mehr in Dunkelheit versunkenen Gesellschaft endgültig den Garaus machen könnte. K kommt bei seiner Suche dem verschwundenen Deckard auf die Spur. Die Replikanten, menschengleiche Roboter, deren Aufstand die Handlung in „Blade Runner“ bestimmt hatten, sind nach wie vor nicht ausgerottet. Die Firma, die sie einst hergestellt hatte, wurde vom Großindustriellen Niander Wallace übernommen, der weiter Replikanten züchtete, um effizient die Macht übernehmen zu können. Officer K soll diese illegalen Replikanten, die sich als Menschen tarnen, aufspüren und vernichten.
Doch die Aufgabe ist komplexer, als es zunächst den Anschein hat. Das hängt wesentlich mit den Wirklichkeitsebenen zusammen, mit denen der Plot beständig spielt. Denn die Zuschreibungen Mensch bzw. Replikant sind nicht so einfach zu treffen: Die humane Welt und der Replikantenkosmos durchdringen einander so, dass niemand weiß, ob er es mit einem Wesen aus Fleisch und Blut oder einem Kunstwesen aus Fleisch und Blut zu tun hat.
Dazu kommt, dass Officer K seinerseits noch zwischen realer und virtueller Welt hin- und hergebeutelt wird. Seine Geliebte Joi entpuppt sich als Scheinwesen und bestimmt doch Leben und Handlungen von K wesentlich mit – aber wer ist K eigentlich selber?

Zwischen Schein und Wirklichkeit

Vor allem das kunstvolle Changieren zwischen Schein und Wirklichkeit – bis hin zur Erkenntnis, dass der Schein wirklicher als die Realität sein kann, macht den Reiz der Übersteigerung des Plots von 1982 aus. Das ist dem aktuellen Lebensgefühl einer Generation geschuldet, die im Dschungel der Virtualitäten ihren Weg finden muss. „Blade Runner 2049“ weist dazu überraschende Anhaltspunkte vor.
Viel geht es ums Werden, ein nach 2049 projizierter Schöpfungsmythos also und ein human(oid)er Held, der sich gegen den Untergang dieser Welt zu sträuben sucht. Harrison Ford, der Blade Runner von 1982 (Bild unten), spielt wieder den 
Rick Deckard, aber die eigentliche Schauspielleistung gelingt – einmal mehr – Ryan Gosling, der in die Haut von Officer K geschlüpft ist. Auch Ana de Armas als Joi und Robin Wright in der Rolle von K’s Chefin Joshi überzeugen in dieser spannenden Weiterschreibung einer Offenbarung von Film.


Blade Runner 2049
USA 2017. Regie: Denis Villeneuve.
Mit Ryan Gosling, Harrison Ford,
Jared Leto, Ana de Armas, Robin Wright.
Sony. 164 Min.
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