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Es - 39/2017

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Eine Anmutung von Stückwerk

Stephen Kings Schocker „Es“ kommt als filmische Neuauflage ins Kino: Horror pur, dafür wenig durchdachte Dramaturgie. Ein Film, der einen langen Atem verlangt.

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Von Matthias Greuling


Als Stephen Kings Schocker „Es“ 1986 in Buchform erschien, wurde er zum größten Erfolg des Jahres, und die zweiteilige TV-Verfilmung mit Tim Curry in der Rolle des bösen Clowns Pennywise brachte 1990 nicht nur dem Schauspieler Kultstatus ein, sondern auch der Figur an sich. Es verwundert daher wenig, dass für das lange angekündigte Kino-Remake des Stoffes vor allem die Horror-Fans und im Speziellen diejenigen von Kings Gruselliteratur in heller Aufregung waren.
Immerhin 197 Millionen Mal wurde der erste Trailer zum Film angeklickt – innerhalb von 24 Stunden nach seinem Erscheinen. Das hat zuvor noch kein Film geschafft, nicht einmal „Star Wars“.

Schrecken in Derry, Maine

Die Geschichte dreht sich um die Kinder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher), Richie Tozier (Finn Wolfhard), Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer), Beverly Marsh (Sophia Lillis), Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), Stanley Uris (Wyatt Oleff) und Mike Hanlon (Chosen Jacobs), die in der Stadt Derry in Maine zu Hause sind. Dort treibt jemand allerdings sein grausames Unwesen, denn immer wieder verschwinden Menschen spurlos, vor allem Kinder. Eine Kreatur steckt dahinter, die sich in die Alpträume ihrer Opfer verwandeln kann, zumeist aber als sadist-ischer Clown namens Pennywise (Bill Skarsgård) auftritt. Die sieben Kinder beschließen, dem Clown das Handwerk zu legen, weil er Bills Bruder Georgie getötet hat. Dafür gründen sie eine verschworene Bande, die sich „Club der Loser“ nennt.
Andy Muschietti heißt der Regisseur des Remakes, der mit „Es“ gleich zum Startwochenende in den USA von Null auf Platz eins in die Filmcharts einstieg. Dem Publikum gefällt’s offenbar, oder: Es dürstete schlicht nach einer spektakulären King-Verfilmung, denn die letzten waren eher mau, man denke nur an „Der dunkle Turm“.
Doch obwohl sich Muschietti redlich bemüht, das Tempo und die Schock-Frequenz hoch zu halten, mutet „Es“ ein wenig wie Stückwerk an, bei dem nichts so recht zusammenpassen will. Weil sich „Es“ eigentlich gut als „Coming-of-Age“-Story eignet, gelingen hier auch die besten Szenen, wenn es einmal nicht um den monströsen Clown geht. Doch dazwischen kleistert Muschietti den Plot mit einer Schockorgie nach der anderen zu, und nimmt dabei ungeniert auch Anleihen bei Kubricks „The Shining“ oder Brian de Palmas „Carrie“. Dass Bill Skarsgård seinen Clown Pennywise mit der nötigen diabolischen Note spielt, entschädigt ein wenig für Muschiettis fahrige Regie, die sich auch visuell nicht sonderlich inspiriert zeigt.

Zunehmende Beliebigkeit

Im Fortgang der Ereignisse wird die Dramaturgie zunehmend beliebig, quasi eine Aneinanderreihung von Szenen ohne große Steigerung zum Finale. Aber das muss wohl so sein, ist „Es“ doch offenbar nur der Auftakt zu einer mehrteiligen Filmreihe. Der Film trägt den Zusatztitel „Kapitel 1“. Der Horror braucht also noch einen langen Atem.
Doch „Es“ ist keineswegs ein Flop, denn die Zahl der Stephen-King-Verfilmungen ist hoch, und nicht immer kam dabei etwas Brauchbares heraus. Diesmal gelingt dem Filmteam immerhin ein solide gemachter Horrorfilm, der in seinen gruseligsten Momenten den Zuschauer ganz schön fest in seinen Klauen hält und ihn in den Kinosessel drückt.
Nur, es sind, wie gesagt, dies bloße Momentaufnahmen, die sich nicht zu einem stringenten Ganzen zusammenfügen wollen.


Es (It)
USA 2017.
Regie: Andy Muschietti. Mit Bill 
Skarsgård,

Jaeden Lieberher, Finn Wolfhard
Warner. 135 Min.
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