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Porto - 37/2017

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Hommage an Anton Yelchin

Arthaus-Melodram

| Von Otto Friedrich


Es ist wahrlich als Statement zu verstehen, dass Jim Jarmusch bei dem grandiosen Melodram „Porto“ als Executive Producer geführt wird. Denn die Verwandtschaft von Regisseur Gabe Klinger zum Arthaus-Meister des US-Kinos bleibt unverkennbar. Der erste Spielfilm des US-brasilianischen Filmemachers ist aber gleichzeitig einer der letzten Leinwandauftritte von Anton Yelchin, der 2016 – gerade 27-jährig – durch eine tragischen Unfall ums Leben kam. Selbst-redend, dass „Porto“ dem Hauptdarsteller Yelchin gewidmet ist.
Jake (Yelchin), ein geheimnisvoller Twen, der in der portugiesischen Hafenstadt Porto mehr in den Tag hineinlebt als irgendeiner Karriere nachzuhängen, begegnet der Französin Mati (Lucie Lucas), die ihrem Archäo-logie-Professor João von der Sorbonne an die Metropole am Douro gefolgt ist. Und so morbid wie mystisch die alte Stadt sich gibt, so entwickelt sich auch die Beziehung zwischen Jake und Mati: unaufhaltsam erotisch, zwingend körperlich, obsessiv, aber doch nicht exzessiv ausartend wie etwa im „Letzten Tango von Paris“, der einem ob derartiger Konstellation auch in den Sinn kommen mag.
Klinger erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und auch in Wiederholungen, der Film ist keine geradlinige Liebesgeschichte, sondern ein Tableau von Impressionen, die je neu dargestellt werden. Der formale Reiz, der sich dadurch ergibt, hinterlässt nachhaltig den Eindruck der Intensität dieser Beziehung, er spart aber auch die Brüchigkeit derselben nicht aus – etwa indem auch João, der Gefährte von Lucie, auftritt, und der das Feld jedenfalls für eine Nacht räumt (oder räumen muss).
Und weil der Film auch nicht vorgibt, mehr zu erzählen als einen – natürlich exzeptionellen – One-Night-Stand, ist die Erkenntnis, dass Liebe doch nur ein Vogerl ist, einmal mehr auf eine Kinoleinwand -projiziert.
Einen bitteren Nachgeschmack bildet das Wissen, dass das Ausnahmetalent Anton Yelchin nicht mehr weiter im Kino brillieren wird. Aber als eine letzte Hommage – und was für eine! – an diesen Schauspieler hält „Porto“ auf jeden Fall her.


Porto
P/USA/F/PL 2016. Regie: Gabe Klinger. 

Mit Anton Yelchin, Lucie Lucas, Paulo Calatré.
Polyfilm. 75 Min.
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