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Der Tod von Ludwig XIV. - 26/2017

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„Eines Tages erlischt man selbst als Sonnenkönig“

Der katalanische Regisseur Albert Serra beobachtet in seinen Film „Der Tod von 
Ludwig XIV.“
den französischen Sonnenkönig auf dem Sterbebett.

| Von Rudolf Preyer


Unweigerlich muss man schon in der ersten Minute des Historienfilms „Der Tod von Ludwig XIV.“ von Albert Serra daran denken, wie der Historiker Ernst Hartwig Kantorowicz den Sachverhalt vor 60 Jahren auf den Begriff brachte: Mit dem in Berkeley verfassten Hauptwerk „Die zwei Körper des Königs“ (1957) unterschied Kantorowicz den natürlichen (also sterblichen) Leib vom „übernatürlichen“ (ins Transzendente entrückten) Körper des Königs. Diese mittelalterliche Vorstellung, so der Mediävist Kantorowicz, habe zur Entstehung des modernen Staatswesens insofern beigetragen, als zwischen der öffentlichen Funktion und der Person, welche diese ausübte, unterschieden wurde, und im Gefolge der Französischen Revolution die körperlose Herrschaft inauguriert wurde: der Staat als Körperschaft.
Versailles, August 1715. Nouvelle-Vague-Ikone Jean-Pierre Léaud (François Truffaut entdeckte ihn und drehte mit ihm den Antoine-Doinel-Zyklus) verkörpert den – vorgeblich gottgesandten – Ludwig, der schon zu Filmbeginn so bettlägerig ist, dass der Hofstaat selbst dann applaudiert, wenn der 76-jährige Monarch auch nur eine einzige Biskotte herunterbekommt.
Diese betörende Elegie zeigt die letzten zwei Wochen des „Sonnenkönigs“, die geprägt sind vom qualvollen Todeskampf – Wundbrand am Bein! – und dem steif-betulichen Hofzere-moniell; so tänzeln die Berater, Trabanten gleich, um ihr Zentralgestirn, um den in Agonie liegenden Souverän. Das Todes-(Kammer)-Spiel basiert auf den Memoiren des Herzogs von Saint-Simon: Der absolutistische Herrscher entschläft am 1. September 1715.
Für seine Verkörperung von Ludwig XVI. erhielt Jean-Pierre Léaud im Vorjahr bei den Filmfestspielen von Cannes die Goldene Ehren-Palme – am 30. Juni feiert der Film „Der Tod von Ludwig XIV.“ nun seine Österreich-Premiere im Wiener Metro Kino in Anwesenheit des Regisseurs.


Der Tod von Ludwig XIV. 

(La mort de Louis XIV)

F/P/E 2016. 
Regie: Albert Serra.
Mit Jean-Pierre Léaud.
Filmgarten. 105 Min.
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