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Die Migrantigen - 23/2017

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Was Ausländer so alles tun

„Die Migrantigen“: Eine schwarze Film-Farce über Zuwanderer und solche, die es nicht mehr sein wollen.

| Von Otto Friedrich

Ja, der Migrationshintergrund. Marko und Benny sind mit ihm geschlagen. Obwohl sie sich als echte Wiener fühlen – und zumindest sich als solche artikulieren.
Benny ist Schauspieler, fällt aber beim Casting für andere Rollen als die eines arabischen Taxifahrers durch. Außerdem lebt er immer noch im Hotel Mama, was bei präsumtiven Eroberungen nicht gut ankommt. Und Muttern (Margarethe Tiesel) hat es mit eher rauen 
Sexualpraktiken, denen sie sich mit ihrem neuen Lover (Rainer Wöss) hingibt.
Bennys Kumpel Marko hat Freundin Sophie geschwängert und muss sich um den alten Vater kümmern, der im Rollstuhl in seiner von Kramuri vollgestopften Wohnung haust. Vor allem aber ist Marko ein erfolgloser Werbefuzzi, der jede Menge Schulden und also das Inkasso-Büro sowie den Gerichtsvollzieher am Hals hat.

Aus Wiener wird Araber oder Jugo

Die Wende im Leben der beiden Loser bahnt sich an, als sie der TV-Dokumentaristin Marlene Weizenhuber über den Weg laufen (genauer: auf einem Sofa sitzend im Weg stehen). Urschnell sattelt Benny auf Araber und Marko auf Jugo um, und zeigen der TV-Tussi das Milieu so, wie sie es sehen will: Schutzgeldmafia, Jugendbanden, Bildungsferne und Schlägertypen – daraus besteht die Szene, genauso suggeriert dies auch das bekannte Boulevardblatt. Benny und Marko liefern dies nun frei Haus.
Dumm nur, dass das wirkliche Leben im Wiener Stadtteil Rudolfsgrund zwar mehrheitlich migrantisch, aber von gesetzestreuer Fadesse geprägt ist. Die Bewohner goutieren überhaupt nicht, wie sie durch die Fake-Darstellung von Benny und Marko als Halb- und Unterwelt in den Dreck gezogen werden. Da muss den beiden schon einiges einfallen, damit sie sich und den Rudolfsgrund wieder aus der Misere befreien können.
Eine flotte schwarze Komödie ist Arman T. Riahi mit „Die Migrantigen“ gelungen. Klischees zu brandmarken, indem man aus ihnen frech ein absurdes Drama zusammenbastelt, ist eine der wenigen funktionierenden Methoden‚ dagegen. Auf diese Weise gelingt es dem Filmemacher – selbstredend mit Migrationshintergrund –, der spießbürgerlichen Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Das ist der gar nicht kleine Vorzug dieses Films.
Faris Rahoma als Benny und Aleksandar Petrovic´ als Marko gelingt die glaubwürdige Darstellung ebenso wie Doris Schretzmayer als bigotte Fernsehdokumentarfilmerin Marlene Weizenhuber. Heimische Größen aus Film und TV steuern Kurzauftritte bei – etwa Josef Hader als griesgrämiger Casting-Direktor oder Dirk Stermann als blasierter Unternehmer, der den Werbeagenten Marko einfach ums Ohr haut.
Die politischen Zeiten mögen rau sein, das gesellschaftliche Klima im Land ebenso. Keine neue Erkenntnis, dass dieser Lage am ehesten mit Humor beizukommen ist. „Die Migrantigen“ können da als durchaus gelungener Versuch dazu verbucht werden.


Die Migrantigen
A 2017. Regie: Arman T. Riahi. 

Mit Faris Rahoma, Aleksandar Petrovic´,
Doris Schretzmayer.
Lunafilm. 98 Min.
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