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Die Taschendiebin - 15/2017

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Wenn die Zofe mit der Herrin …

„Die Taschendiebin“: Der südkoreanische Meisterregisseur Park Chan-wook verlegt einen im viktorianischen England spielenden Erotikthriller ins japanisch besetzte Korea der 1930er-Jahre.

| Von Otto Friedrich

Ein exzeptionelles Filmepos legt der südkoreanische Regiemeister Park Chan-wook mit „Die Taschendiebin“ vor. Inspiriert durch den Bestseller „Solange du lügst“ von Sarah Waters aus dem Jahr 2002, der im England des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist, gestaltet Park ein Tableau von Macht, Intrige, Liebe und Gefahr, das in Handlung und Bildsprache beinahe zweieinhalb Stunden in den Bann zieht.
Das viktorianische Setting verlegt Park ins Korea der 1930er-Jahre, als die ostasiatische Halbinsel von Japan besetzt ist. Dort lebt die junge Japanerin Hideko völlig zurückgezogen auf einem reichen Anwesen, das aus einem in lokalem und einem im westlichen Architekturstil gestalteten Flügel besteht. Herzstück des Gutes ist eine Bibliothek mit allerlei erotischer Literatur, die Kouzuki, der koreanische Onkel von Hideko sammelt und zu verkaufen trachtet.

Vorleserin für solvente Herren

Kouzuki lädt gerne solvente Herren in die-se Bibliothek und lässt Hideko aus den Büchern vorlesen, auf dass sie um immer höhere Preise an die p.t. Zuhörer verkauft werden können. Überhaupt ist Kouzuki ein gieriger Mensch, der Hideko gerne heiraten würde, denn das lukrative Anwesen ist Teil ihres beträchtlichen Vermögens, an das der Onkel gerne herankommen würde.
Doch auch ein anderer hat es pekuniär auf die Quasi-Eremitin abgesehen: Der Hochstapler Fujiwara, der sich mit einem falschen Grafentitel schmückt, sucht ebenfalls die Liebe der Hideko. Er schleicht sich als Mal-Lehrer der jungen Frau ein und vermittelt ihr die junge Sookee als Dienstmädchen.
Doch Sookee ist mit dabei beim abgekarteten Spiel: Sie war eine Taschendiebin, und der Graf bietet ihr einen Teil des Vermögens an, wenn sie mithilft, dass Hideko mit ihm nach Japan durchbrennt. Dort gedenkt er Hideko zu heiraten und dann ins Irrenhaus einliefern zu lassen, auf dass er ihr Vermögen verprassen kann.
Sookee macht das alles mit – bis sie selber Hideko nahe kommt. Und zwar näher, als es sich zwischen Zofe und Herrin geziemt.

Ein Film voll opulenter Bilder

Die Bilder, mit denen Park diese Geschichte entwickelt, sind opulent und ziehen in ihren eigenen Bann. Und gleich zweimal wird die Geschichte in den drei Kapiteln des Films erzählt – im ersten Teil aus der Sicht von Sokee, im zweiten aus der Perspektive von Hideko. Als für die bis heute konservativen gesellschaftlichen Moralvorstellungen in Korea revolutionär erweist sich die auch explizite Darstellung der Erotik zwischen zwei Frauen.
Ein außergewöhnlicher Film, der auch durch den Look besticht, mit dem es Park gelingt, die Anmutung eines altertümlichen Settings in den Kinosaal zu bringen.


Die Taschendiebin. (Agassi; The Handmaiden)
KOR 2016. Regie: Park Chan-wook.
Mit Kim Min-hee, Kim Tae-ri, Ha Jung-woo.
Filmladen. 145 Min.
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