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Nichts zu verschenken - 14/2017

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Pfennigfuchser und Wohltäter

Filmkomödie

| Von Thomas Taborsky

Das bequemste Strickmuster, um Komödienfiguren anzulegen, verlässt sich auf einen Genesis-Moment. Charaktere, die ohne Vorgeschichte zu extrem oder verabscheuungswürdig wären, können sogar auf Verständnis oder Mitleid hoffen, wenn sie wie in „Nichts zu verzollen“ vom Vater auf nächtliche Grenzstein-Versetztour verschleppt werden, wodurch der Dreikäsehoch bis hinauf in die Gegenwart zum Nationalisten wird – am wenigsten könnten sie ja selbst dafür.
Für diese Szene zeichnete damals Frankreichs Komödienstar Dany Boon verantwortlich. Im ähnlich aufgemachten und auch so betitelten „Nichts zu verschenken“ kommt nun seine eigene Rolle in den Genuss dieser Behandlung: Das Gezänk der Eltern über die Finanzen macht den Violinisten François Gautier schon im Mutterleib zum Pfennigfuchser. Einsamkeit ist in seinem Lebensmodell inbegriffen – sein bester Freund ist der Kundenbetreuer bei der Bank, bei dem er sich ganz kurz wohl fühlen kann, wenn er sich den Kontostand vorlesen lässt.
Zwei Ereignisse rütteln an diesem Dasein. Zum einen klopft die Liebe in Gestalt der Cellistin Valérie an die Tür, zum anderen das Resultat sparsamer Verhütung: eine erwachsene Tochter namens Laura, die ihren Erzeuger als selbstlosen Wohltäter anhimmelt.

Eine verkappte Tragödie

Sein Talent im Ausdrücken von Unbehagen kann Boon hier reichlich unter Beweis stellen. Auch das Publikum kann sich darin üben, sobald dieser verkappten menschlichen Tragödie die anfangs putzigen Ideen zum Thema Geiz ausgehen. Ersatzweise versteigt sie sich in Slapstick oder rührige Beichtreden, um dabei weder zeitgemäß noch sorgfältig mit ihren Nebenfiguren umzugehen.
Worauf Filme wie „Nichts zu verschenken“ abzielen ist klar: die Läuterung eines so gar nicht vollkommenen Wesens mit Humor zu versüßen. Wie in so vielen anderen Fällen gelingt es auch diesem nicht, beides zu vereinen, damit mehr rausschaute als verlegen machender Schmonzes.


Nichts zu verschenken (Radin!)
F 2016. Regie: Fred Cavayé.
Mit Dany Boon, Laurence Arné,
Noémie Schmidt.
Filmladen. 89 Min.
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