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Tanna - 13/2017

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Romeo und Julia in der Südsee

Arthaus-Film


| Von Walter Gasperi


Ein von jeglicher Zivilisation unberührtes Paradies scheint die 561 km2 große, 2000 Kilometer östlich von Australien gelegene Südseeinsel Tanna zu sein, die dem für den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film nominierten australischen Drama auch den Namen gab. Nur in der Ferne erblickt man einmal ein moderneres Holzhaus, während der Stamm der Yakel in Hütten mit Strohdächern wohnt. Die Männer gehen nur mit Lendenschurz bekleidet mit Pfeil und Bogen sowie Machete auf die Jagd, die Kinder spielen unbekümmert an einem traumhaften Wasserfall.
Doch ihre Respektlosigkeit gefällt den Stammesälteren nicht, die dem munteren Treiben rasch Einhalt gebieten. Dass bei diesem Stamm Traditionen über alles gehen, bekommen aber vor allem der Häuptlingssohn Dain und die junge Wawa zu spüren, die sich lieben, aber schon anderen Partnern versprochen sind. Weil sie sich den Stammesregeln nicht fügen wollen, bleibt dem jungen Paar nur die Flucht …
Bildmächtig ist die an Originalschauplätzen gedrehte Liebestragödie mit seinen intensiv grünen Dschungelbildern und dem mächtige Funken sprühenden Vulkan, zu überzeugen verstehen auch die frisch und natürlich agierenden Laienschauspieler.

Sieben Monate mit den Inselbewohnern

Man spürt im genauen Blick nicht nur die Herkunft des Regieduos Martin Butler und Bentley Dean vom Dokumentarfilm, sondern auch ihre Vertrautheit mit Leuten und Kultur. Sieben Monate lebten sie mit den Inselbewohnern zusammen, um diese Geschichte zu erzählen, die auf tragischen Ereignissen im Jahr 1987 basiert und schließlich ein Umdenken des Stammes auslöste.
Doch so überzeugend „Tanna“ visuell auch ist, so sehr man auch in das ungewohnte Ambiente und die fremde Kultur eintaucht, so verflacht doch mit Fortdauer eher die Spannung als sich zu steigern. Zu holzschnittartig sind die Handlungsentwicklung und die Figurenzeichnung, als dass man wirklich Nähe zu den Protagonisten aufbauen und der Film emotionale Kraft entwickeln könnte.


Tanna
AUS 2016. Regie: Martin Butler, Bentley Dean.
Mit Mungau Dain, Marie Wawa.
Polyfilm. 104 Min.
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