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Fences - 07/2017

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Den Leibhaftigen aussperren

Spielfilm

| Von Thomas Taborsky

Die Vorstellung vom Zaun, der jemandem Zutritt verwehren soll, ist dieser Tage allzu präsent, deren Umkehrung, dass jemand damit vom Gehen abgehalten werden soll, aber nur unwesentlich weiter entfernt. Auf einer weniger augenfälligen Ebene als der staatlichen verhandelt das hochkarätige Familiendrama „Fences“ diesen Gedanken, und begibt sich dafür ins Pittsburgh der 1950er.
Einen Zaun zu bauen ist das Versprechen des Müllmanns Troy (Denzel Washington) an seine Frau Rose (Viola Davis). Für ihn scheint es ein Weg zu sein, den Leibhaftigen auf Distanz zu halten. Sie dagegen ist immer wieder in Sorge, dass ihre kleine Exis-tenz zerfällt. Dazu gehört auch Sohn Cory, den der Vater nach dem Maßstab all dessen behandelt, was ihm im Leben zugestoßen ist. Chancen? – Haben sich ihm nie geboten. Geborgtes Geld? – Muss man auf ewig abzahlen. Als Cory ein Football-Stipendium bekommen könnte, wird diese Ambition kompromisslos erstickt. Noch immer nagt an Troy, dass er trotz Talents nie über die Schwarzen-Baseballliga hinaus kam. Dass sich die Zeiten ändern, wie ihm sein bester Freund Bono zureden will, bedeutet ihm nichts. Eher erwartet er, demnächst gefeuert zu werden, weil er sich getraut hat zu fragen, warum nicht er, sondern nur Weiße Müllwagenfahrer werden.

Broadway goes Hollywood

Schicht für Schicht eröffnet sich aus dieser Konstellation Troys eigene Auslegung von Pflicht und Verantwortung, ergibt sich eine Charakterstudie, der wenige andere gleich kommen. Dass diese ihre Wurzeln auf der Bühne hat, kann sie nicht verheimlichen. „Fences“ ist einer von gesamt zehn Teilen des „Pittsburgh-Zyklus“, mit dem der Dramatiker August Wilson auf im Verlauf des 20. Jahrhunderts von Afroamerikanern durchlebte Erfahrungen zurückblickt. Eine Verfilmung stand schon im Raum, als das Stück 1987 erstmals am Broadway lief.
Von der Wiederaufnahme im Jahr 2010 hat die nun realisierte Fassung den Großteil ihrer Besetzung, bzw. vertieft sie diesen engen Kontakt dadurch, dass Denzel Washington neben der Rolle des Troy auch die Regie des Films übernahm. Er macht auch gar keine Anstalten, die Aufmerksamkeit in neue Bahnen zu lenken, sondern konzentriert sich auf den Bereich in und um das bescheidene Familienhaus und setzt auf die Kraft einnehmender, raumgreifender Darbietungen. Meist hat er damit auch Erfolg, etwa wenn Stephen Henderson als Bono glänzt.
Die zugehörige Oscar-Kampagne läuft allerdings für andere: Washington könnte bester Hauptdarsteller werden, Viola Davis beste Nebendarstellerin – eine strategische Entscheidung, wohl um Natalie Portmans Jackie Kennedy auszuweichen. Und „Fences“ bester Film. Selbst wenn das, weil er die filmischen Entfaltungsmöglichkeiten hintan stellt, eine gewisse Themenverfehlung wäre.


Fences
USA 2016. Regie: Denzel Washington.
Mit Denzel Washington, Viola Davis, 

Stephen Henderson.
Constantin. 139 Min
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