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7 Tage in Havanna - 28/2013

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Zu Gast bei Fidel: Geschichten aus Kuba

„7 Tage in Havanna“: Sieben Regisseure und ein Episodenfilm mit vielen kleinen Mosaiksteinen, die noch kein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Von Jürgen Belko

Nach Episodenfilmen über Paris („Paris, je t’aime“) und New York („New York, I Love You“) rückt in „7 Tage in Havanna“ die lateinamerikanische Metropole in den (Kamera-)Fokus eines Filmemacher-Septetts: Benicio del Toro, Pablo Trapero, Julio Médem, Elia Suleiman, Gaspar Noé, Juan Carlos Tabío und Laurent Cantet erzählen in sieben Kurzfilmen sinnliche, abenteuerliche und absurde Geschichten aus der kubanischen Hauptstadt. Wer sich dabei eine kritische Auseinandersetzung mit der politischen und sozialen Situation des kommunistischen Inselstaates erwartet, wird allerdings enttäuscht.
Nur ansatzweise gelingt es den Filmemachern, jenseits folkloristischer Urlaubs*paradies-Klischees die kubanische Lebensrealität abzubilden. Erstere lernt der Protagonist der Episode „El Yuma“ gleich nach seiner Ankunft in Havanna kennen: Rum, Zigarren und „Cuba Libre“-Feeling, wohin der amerikanische Tourist auch blickt. Erst als Teddy einen Transsexuellen kennenlernt, stellt er fest, dass der eigentliche Reiz der pulsierenden Stadt unterhalb ihrer Oberfläche liegt. Verantwortlich für diesen Einblick ist Hollywood-Star Benicio del Toro, der für diesen Kurzfilm zum ersten Mal im Regiestuhl Platz genommen hat. „Gespickt mit augenzwinkernden Beobachtungen über all die Unzulänglichkeiten und Mängel, von denen die Stadt geprägt ist, lässt der Film vor allem eines erahnen: wie schwierig es ist, die wahre Essenz von Havanna einzufangen“, bringt der Oscar-Preisträger sein Debüt auf den Punkt.
Eine Erfahrung, die auch der argentinische Regisseur Pablo Trapero in seiner Parabel über Ruhm und Erfolg macht: Multitalent Emir Kusturica reist in der Episode „Jam Session“ als er selbst nach Kuba, um einen Filmpreis für sein Lebenswerk entgegenzunehmen – just als der umjubelte Star in einer Lebenskrise steckt. Bei seinem Versuch, seine Sorgen in Alkohol zu ertränken, freundet er sich mit seinem Chauffeur an, der sich als begnadeter Trompetenspieler und guter Zuhörer erweist.

Skurriler Stadt-Streifzug

Der gelungenste Filmbeitrag stammt aus der Feder von Elia Suleiman, der in „Tagebuch eines Neuankömmlings“ auch gleich Regie geführt und die Hauptrolle übernommen hat. Als Politiker, der während er (vergeblich) auf ein Treffen mit Fidel Castro wartet, einen skurrilen Streifzug durch die kubanische Hauptstadt unternimmt, sorgt der palästinensische Cineast für die unterhaltsamsten Momente des Stadt-Kaleidoskops. Subtil und in „Lost in Translation“-Manier beobachtet sein Alter Ego wortlos Einheimische und Touristen, während der „Máximo Líder“ stundenlang in einer TV-Ansprache schwadroniert.
Ob die kubanische Bevölkerung mit dieser Form des Humors etwas anfangen kann, wird man leider nie erfahren. Wie fast alle Filme aus dem „imperialistischen“ Ausland, wird auch dieser offiziell in keinem der Lichtspielhäuser der Karibikinsel gezeigt. Schade, dass gerade solche Aspekte der kubanischen Lebenswirklichkeit in der Kurzfilmkompilation ausgeblendet werden.


7 Tage in Havanna (7 Días en la Habana)
F/E 2012. Regie: B. del Toro, P. Trapero, u.a.
Mit Josh Hutcherson, Emir Kusturica,
Elia Suleiman. Thimfilm. 129 Min.
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